Opernhaus Düsseldorf
26.06.2020, 19:30

b.17

(c) Gert Weigelt

7 Martin Schläpfer

Schlicht „7“ nennt Martin Schläpfer seine Auseinandersetzung mit Gustav Mahlers 7. Sinfonie, die seit ihrer Uraufführung im Oktober 2013 zu den bedeutendsten abendfüllenden Choreographien im Repertoire des Balletts am Rhein zählt – eine Produktion, die auch auf Gastspielen u.a. in Berlin, Bilbao, München, Moskau, St. Pölten, Wiesbaden, beim Edinburgh International Festival und auf einer Taiwan-Tour in Kaohsiung und Taichung zu sehen war.

Tänzer in schweren Stiefeln und dunklen Mänteln scheinen wie von einer langen Reise in einer Welt anzukommen, die vielleicht eine neue Heimat werden könnte. Musik und Tanz verbinden sich zu einem Psychogramm getriebener Existenzen ... Gustav Mahlers 7. Sinfonie mit ihren gewaltigen sinfonischen Architekturen, ihrem unendlichen Reichtum an Imaginationen, ihrer Zerrissenheit, Unruhe und Bangigkeit, die aber immer wieder auch auf Passagen von irdischer Entrückheit oder geradezu banaler Diesseitigkeit prallen, wurde Martin Schläpfer zur Basis eines Balletts, in welchem er wie ein Seismograph in die Themen unserer Zeit hineinspürt. Bilder von Einsamkeit, Verlorenheit, Gewalt und Unfreiheit, die sich immer mehr zu einem Tanz auf dem Vulkan verdichten, bilden die Grundierung seines Balletts, das aber auch völlige Unbeschwertheit, hintersinnigen Humor, kindliche Naivität und Spitzentanz-Virtuosität kennt. Doch wenn sich schließlich mit einer „Reise nach Jerusalem“ ein Spiel der Ausgrenzung in die Raserei dreht, geht es doch wieder um die blanke Existenz und schließt sich der Bogen zum Beginn: Die auf Heimat ausgerichtete Wanderung scheint der Erfahrung des Vagabundierens nicht mehr entgegengesetzt, sondern in ihr zu sich selbst zu kommen.

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