Theater Krefeld - Foyer / Glasfoyer, Große Bühne Krefeld
21.12.2019 – 01.02.2020

Deutschland. Ein Wintermärchen

(c) Theater Krefeld / Mönchengladbach

Michael Grosse spricht Heinrich Heine

Am 21. Oktober 1843 startet Heinrich Heine zu seiner ersten Deutschlandreise nach zwölf Jahren im französischen Exil.

Mit Postkutsche, Eisenbahn und Schiff reist er von Paris über Brüssel, Aachen und Köln nach Hamburg, wo er auch seinen Verleger Julius Campe trifft. Als dieser ein halbes Jahr später das literarische Resultat der Reise liest, schreibt er an Heine: „Sie werden sehr viel für dieses Gedicht zu leiden haben! “, was sich alsbald bewahrheiten sollte. Die deutschen Zensurbehörden beschlagnahmen den Text, und Friedrich Wilhelm IV. von Preußen erlässt sogar einen Haftbefehl gegen Heine.

Heines Poesie der Destruktion, die radikale Schärfe seiner Polemik, wirken bis heute unbequem, ja provokant. Alles, was den Deutschen lieb und wert war – militanter Nationalismus, Mittelalterschwärmerei oder auch das Festhalten am provinziellen Denken – ist Zielscheibe seines Spotts.

Wenn Michael Grosse in die Rolle des erzählenden Heinrich Heine schlüpft und den Text mit seiner feinen Ironie und den Zynismen, seiner hellsichtigen politischen Analyse und dem wehmütigen Sentiment gestaltet, erscheint der Dichter uns nah wie ein Zeitgenosse.

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