Tonhalle Düsseldorf
25.05.2019 – 08.06.2019

Schumannfest Düsseldorf 2019

(c) Tonhalle Düsseldorf

Musik von Frauen, mit Frauen und über Frauen

Das diesjährige Schumannfest Düsseldorf feiert vom 25. Mai bis 8. Juni 2019 eine außergewöhnlichen Frau: Mit 20 Konzerten – von großen Symphoniekonzerten über Lieder- und Klavierabende bis zur intimen Kammermusik –, mit Virtual Reality, Panels, Podcasts, Kompositionsaufträgen, Vorträgen und Filmen widmet sich das Festival Clara Schumann als Vorreiterin für ein modernes Künstlerinnenbild.

Musik von Frauen, Musik über Frauen, Musik mit Frauen – so könnte man den thematischen Schwerpunkt des diesjährigen Festivals zusammenfassen. Den 200. Geburtstag Clara Schumanns nimmt das Schumannfest zum Anlass, die Rolle der Frau als Komponistin und Interpretin damals und heute aus zahlreichen Blickwinkeln zu beleuchten. In den Konzerten des Festivals wird viel Musik von Clara und Robert Schumann und ihren Zeitgenossen, aber auch von gegenwärtigen Komponistinnen und Komponisten zu hören sein. Der weibliche Fokus spiegelt sich deutlich in der Programmgestaltung wider: Es kommen Werke von insgesamt 35 Komponistinnen, aber nur 20 Komponisten zur Aufführung. Das Schumannfest mündet schließlich direkt in das Festival „Schönes Wochenende“, das vom 6. bis 8. Juni 2019 im NRW-Forum und in der Tonhalle ganz auf die Wucht und Poesie gegenwärtiger Komponistinnen und Performerinnen setzt.

Clara Schumann war als Pianistin ein internationaler Star, konnte ihr großes Potenzial als Komponistin an der Seite ihres berühmten Mannes aber nie ganz entfalten. Sie war eine faszinierende Persönlichkeit, die es geschafft hat, sich als achtfache Mutter in einer männerdominierten Welt durchzusetzen, die mit allen musikalischen Größen ihrer Zeit verkehrte und die als Konzertunternehmerin und Programmgestalterin das Musikleben nachhaltig geprägt hat.

Bereits mit dem Eröffnungskonzert am 25. Mai in der Tonhalle richtet das Schumannfest den Blick auf Clara als inspirierte Dramaturgin: Wie ein Überraschungsgast weht die Sopranistin Sheva Tehoval in das Kammerkonzert des Trios Bielow/Klieser/Schuch herein – ganz so, wie es in den von Clara veranstalteten Salons so üblich war. Am 30. Mai werden bei einem Liederabend in der Tonhalle Tenor Julian Prégardien und Pianist Michael Gees in ihrer „Winterreise à la Clara Schumann“ die Schubert-Lieder, Scarlatti, Bach und Improvisationen interpolieren. Die Klavierabende von Gabriela Montero (1. Juni), dem Duo Schuch/Ensari (2. Juni) und Yuja Wang (6. Juni) erzählen davon, wie sehr das Klavier der Dreh- und Angelpunkt des Komponierens und Musizierens der Schumanns war.

Die große Edith Mathis und der junge Bariton Rafael Fingerlos führen uns am 4. Juni mit ihrem Schumann/Heine-Programm „Dichterliebe und Liebe zur Dichtung“ in den Urgrund romantischen Komponierens: Poesie als Inspiration. Sopranistin Franziska Heinzen und Pianist Benjamin Mead erzählen dies eindrucksvoll weiter, wenn sie am 29. Mai in ihrem Rezital Lieder von nicht weniger als 15 Komponistinnen aus drei Jahrhunderten präsentieren. Und auch das Jazztrio um den israelischen Pianisten Omer Klein nimmt den poetischen Faden auf: In seinem Konzert am 5. Juni im Robert-Schumann-Saal wird es eine Szene aus Rosemarie Marschners Clara-Schumann-Roman „Mädchen am Klavier“ improvisatorisch verarbeiten. Poesie aus allen Ecken der Welt ist schließlich auch der Keim, aus dem das A-Cappella-Quartett Women of the World seine mitreißenden Programme entstehen lässt: Die Sängerinnen aus Japan, Indien, Haiti und Italien haben in ihrer Karriere bereits in 34 Sprachen gesungen – Weltmusik im wahrsten Sinne des Wortes, die am 28. Mai im Zakk zu erleben ist.

Schon immer hat das Schumannfest viel Wert darauf gelegt, jungen Künstlerinnen und Künstlern ein Podium zu geben und für junge Menschen zu musizieren. Im Gedenken an die große Pädagogin Clara Schumann verdient diese Programmschiene in diesem Jahre eine besonderen Aufmerksamkeit: Wenn Christian Ehring am 26. Mai in die Tonhalle lädt, darf der Sieger des diesjährigen Schumann Competition for Young Pianists der Robert Schumann Hochschule zusammen mit den Düsseldorfer Symphonikern mit Claras gewichtigstem Werk brillieren: ihrem a-Moll-Klavierkonzert. Die Clara-Schumann-Musikschule gestaltet am 26. Mai und 1. Juni gleich zwei Konzerte mit Musik rund um die Schumanns, Schülerinnen und Schüler der International School on the Rhine Neuss zeigen, wie man auch heute noch in ganz jungen Jahren komponieren kann.

Das Schumannfest hat aber nicht nur Konzertereignisse zu bieten, sondern beschäftigt sich auch in Formaten abseits der Musik mit der weiblichen Identität. Über die Website der Tonhalle abrufbare Podcasts u. a. mit der Konzertpianistin Ragna Schirmer, der Kunsthistorikerin und Autorin Dorothee Achenbach und der Journalistin Heike Kleen gehen der Frage nach, wieviel Karriere eine Frau denn heute, 200 Jahre nach Clara, eigentlich machen darf.

Als Weltneuheit wird ein exklusives Preview auf das Projekt Schumann VR präsentiert: Während der gesamten Festivaldauer ist im Grünen Gewölbe der Tonhalle eine Virtual-Reality-Installation zu erleben, die eine virtuelle 360°-Zeitreise in das Leben und Werk von Robert und Clara Schumann in Düsseldorf um 1850 ermöglicht.

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