Städtisches Museum Schloss Rheydt
03.11.2019 – 01.03.2020

Es lebe der Sport

(c) Städtisches Museum Schloss Rheydt

100 Jahre Stadion am Bökelberg Mönchengladbach

Schon in der Antike maßen sich Athleten in Wettkämpfen miteinander. Die heute zweifellos bekanntesten Sportereignisse jener Zeit waren die Olympischen Spiele. Der moderne Sport scheint somit auf eine lange Tradition zurückblicken zu können. Doch tatsächlich handelt es sich um eine noch recht junge Erscheinung: Sport im eigentlichen Sinn setzte sich erst im ausgehenden 19. Jahrhundert in Deutschland durch, als man mit Sportarten wie Fußball, Tennis oder Rudern Neuland betrat.

Der heutige Sport ist Ausdruck unserer bürgerlich-industriellen Welt mit ihrem Leistungs- und Wettbewerbsgedanken und der Trennung von Arbeitszeit und Freizeit. Es überrascht daher nicht, dass seine Wurzeln in England – im Mutterland der Industrialisierung – liegen. Von dort stammt auch der Name: „to disport“ heißt „sich vergnügen“.

In Deutschland stand die körperliche Ertüchtigung ursprünglich in einem anderen Kontext. Im Zuge des nationalen Aufbruchs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildete sich die Turnbewegung mit ihrem starken politischen Charakter heraus. Leibesübungen galten nicht als privates Vergnügen, sie standen vielmehr im Zeichen eines höheren, nationalen Ideals. Das Turnen war zu jener Zeit auch weit umfassender als heute: Geübt wurden vor allem Klettern, Laufen, Fechten usw., also Disziplinen, die – nach heutigem Verständnis – eher Wehrsportcharakter hatten. Beide Konzepte, das deutsche Turnen und der „englische“ Sport, wie er lange genannt wurde, standen sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland konkurrierend, fast unversöhnlich, gegenüber. Beide reflektierten die Entwicklungen der neuen bürgerlichen, national-industriellen Welt auf ihre Weise. Und beide benötigten immer größere Sportstätten. In dieser Zeit entstanden die ersten modernen Stadien, häufig in den damals ebenfalls neu angelegten Grün- und Erholungszonen der Städte. Manche Stadien waren als universelle Wettkampfstätten geplant, andere von Anfang an als reine Fußballarenen. Zu den letzteren gehört das Stadion am Bökelberg in Mönchengladbach.

Die Geschichte des „Bökelbergs“, der diesen Namen erst um 1960 erhielt und zuvor „Westdeutsches Stadion“ hieß, steht im Mittelpunkt von „Es lebe der Sport“. Das legendäre Stadion, 1919 eingeweiht, wurde zwar 2005 abgerissen, ist aber immer noch wichtiger Bestandteil der Identität der Anhänger von Borussia Mönchengladbach und der Stadt Mönchengladbach. Am Beispiel dieser Arena wird dargestellt, wie sich der Sport als modernes Phänomen entwickelte und seinen heutigen Stellenwert erhielt.

Städtisches Museum Schloss Rheydt

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