LVR Niederrheinmuseum Wesel
03.02.2019 – 30.06.2019

Von Wilhelm nach Weimar

(c) LVR-Niederrheinmuseum Wesel

Zwischen Monarchie und Republik

Das Ende des Ersten Weltkriegs 1918 bedeutete für die Menschen in Deutschland einen einschneidenden Neubeginn: Im November 1918 kam es – ausgehend von einem Matrosenaufstand in Kiel – zu revolutionären Unruhen mit weitreichenden Folgen: Der Kaiser musste abdanken und Deutschland wandelte sich von einer Monarchie zu einer Republik. Ein Land ohne Kaiser konnten sich damals nur wenige Menschen vorstellen: Wilhelm II. hatte 1888 den Thron bestiegen und das Land über 30 Jahre so stark geprägt, dass die Zeit zwischen 1890 und 1914 schon von seinen Zeitgenossen als „Wilhelminisches Zeitalter“ bezeichnet wurde. Der Widerspruch von Tradition und Moderne verkörperte sich dabei auch in der schillernden Figur Wilhelms II., der wie seine Zeit den Stempel der Rastlosigkeit trug.

Als 1919 die ersten freien Wahlen zur Nationalversammlung durchgeführt wurden – erstmals durften nun auch Frauen wählen – war die Wahlbeteiligung mit 83 Prozent hoch, ebenso wie die Erwartungen, die an die neue Regierung gestellt wurden. Die erste Demokratie auf deutschem Boden hatte von Anfang an jedoch mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zu den politischen Unruhen und der weitgehenden Ablehnung der Demokratie durch die Funktionseliten kamen immer größere wirtschaftliche Schwierigkeiten. Denn während in der Regierungszeit Wilhelms II. eine ökonomische Stabilität eingetreten war, die den deutschen Weltmachtanspruch erst ermöglicht hatte, führten die Kriegsniederlage und die Entschädigungszahlungen, die Deutschland nach dem Versailler Vertrag leisten musste, zu erheblichen finanziellen Belastungen. Die rasant steigende Inflation, die hohen Arbeitslosenzahlen und die anhaltende Besetzung der Industrieregion an Rhein und Ruhr verschärften die Lage zunehmend und belasteten auch die Bevölkerung immer stärker. Die anfängliche Erleichterung über das Kriegsende und den Wechsel der Regierungsform schlug so schnell in eine allgemeine Unzufriedenheit um.

Mit dem 1926 erfolgenden Abzug der belgischen und französischen Truppen aus der 1. Besatzungszone, der sogenannten Kölner Zone, verknüpfte sich die Hoffnung auf eine Normalisierung der Verhältnisse beiderseits des Rheins. Der Republik standen einige wenige „gute“ Jahre bevor. Doch die ihr drohenden Gefahren waren nur eingedämmt, nicht verschwunden.

Die Ausstellung erstreckt sich zeitlich von der Epoche des „Wilhelminismus“ bis zur relativen Stabilisierung 1925/26. Neben Umbrüchen, Strukturwandlungen und Neuorientierungen werden auch Kontinuitäten sichtbar gemacht, die sich über den Wechsel des Regierungssystems von der Monarchie zur Republik erhalten haben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem nördlichen Rheinland – ein deutscher Kernraum, geprägt von Industrialisierung, Urbanisierung, politischem Katholizismus und Arbeiterbewegung, aber auch von großer Innovationskraft und Werken der künstlerischen Moderne.

Die Ausstellung ist Teil des Bauhaus-Jubiläums in NRW . „100 jahre bauhaus im westen“ ist ein Projekt des NRW -Ministeriums für Kultur und Wissenschaft und der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. Weitere Informationen zum Verbundprojekt finden Sie unter www.bauhaus100-im-westen.de.

Ab Herbst 2019 steht eine Wanderausstellung des LVR Niederrheinmuseums Wesel zum gleichen Thema zur Verfügung, die gerne von Schulen, Vereinen und weiteren Einrichtungen ausgeliehen werden kann. Nähere Informationen unter: niederrheinmuseum-wesel@lvr.de oder +49 (0)281 / 339 96-301.

Begleitprogramm

Am 21. März 2019, 19 Uhr: Jessica Burri: Von Wilhelm nach Weimar. Konzert mit Liedern der Zeit (Arbeiter- und Wandervogellieder und Lieder aus dem Krieg) vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Weimarer Republik. kostenfrei

Am 11. April 2019, 19.30 Uhr Susanne Goga: Aufbruch mit Schatten. Kriminalkommissar Leo Wechsler. Berlin, 1922/ 1923. In der Lesung aus ihren Kriminalromanen „Leo Berlin“ und „Tod in Blau“ lädt Susanne Goga zu einer ebenso spannenden wie atmosphärisch dichten Zeitreise in das Berlin der frühen zwanziger Jahre ein. Eintritt: 8,- €

Am 9. Mai 2019, 19 Uhr Diana Finkele: Wählen und Wühlen. Vortrag zu 100 Jahre Frauenwahlrecht und Frauen- und Demokratiebewegung am Niederrhein. kostenfrei

Am 29. Mai 2019, 19.30 Uhr Klaus Schröter: Von Wilhelm nach Weimar Vortrag mit historischen Musikbeispielen, abgespielt auf dem Grammophon, kostenfrei

Am 15. Juni 2019, 10 – 16 Uhr Geführte Radexkursion unter Leitung von Veit Veltzke zum Thema „Spiritualität und Moderne, der künstlerische Aufbruch im Kloster Marienthal/Hamminkeln“. Abfahrt ist am LVR-Niederrheinmuseum Wesel. Weitere Informationen unter: www.niederrheinmuseum-wesel.lvr.de // kostenfrei

LVR-Niederrheinmuseum Wesel

An der Zitadelle 14 – 20 | D-46483 Wesel, Öffnungszeiten: Di – So: 11 – 17 Uhr, Tel.: +49 (0)281 / 33 99 60, niederrheinmuseum-wesel@lvr.de, www.niederrheinmuseum-wesel.lvr.de

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An der Zitadelle 14-20
46483 Wesel
Deutschland

+49(0)281 339960
+49(0)281 33996330
preussenmuseum-wesel@lvr.de

Öffnungszeiten:
Di. - So.: 11 – 17 Uhr (Gruppenführungen für Schulklassen ab 10 Uhr möglich) Mo. geschlossen

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