Central in der alten Paketpost (Übergangsspielstätte des Düsseldorfer Schauspielhauses) / Große Bühne Central / Studio Central
28.01.2018 – 06.05.2018

Düsseldorfer Reden 2018

(c) Parlament Européen

Mit Vorträgen von Daniel Cohn-Bendit (28.1.), Robert Pfaller (25.2.), Charlotte Knobloch (11.3.), Axel Hacke (8.4.), Miriam Meckel (6.5.)

Nach dem großen Erfolg der Reihe »Düsseldorfer Reden« im vergangenen Jahr laden wir in Kooperation mit der Rheinischen Post auch in dieser Spielzeit wieder von Januar bis Mai Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Religion, Gesellschaft und Kunst dazu ein, über Fragen der Zeit zu sprechen. Den Auftakt der Reihe bildet anlässlich des 50. Jubiläums von 1968 der deutsch-französische Publizist und ehemalige Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit. Als einer der führenden Protagonisten der französischen und deutschen 1968er-Bewegung wagt er unter dem Titel »Immer in Bewegung – Von 68 bis nach Europa« eine Bestandsaufnahme. Cohn-Bendit ist, wie viele seiner politischen Weggefährten, einen weiten Weg aus der einstigen Sponti-Bewegung ins Establishment des Parteiensystems gegangen, doch kaum einer steht gleichzeitig so wie er für den europäischen Gedanken. Stets streitbar und prononciert fragt der frühere Frankfurter Dezernent »für multikulturelle Angelegenheiten« nach der Bedeutung der 68-Bewegung für die europäischen Herausforderungen der Gegenwart.

Im Februar ist dann der Wiener Philosoph und Bestsellerautor Robert Pfaller zu Gast im Central. Er stellt neoliberale Grundüberzeugungen in Frage und provoziert so schon mal den wissenschaftlichen Mainstream. Denn spätestens seit seinem 2011 erschienenen Sachbuch »Wofür es sich zu leben lohnt« ist klar, Askese und übertriebene Rücksichtnahme sind die Haltung des Wiener Philosophieprofessors nicht. Pfaller verteidigt die Freuden von Alkohol, Zigaretten und Zeitverschwendung gegen den Imperativ der Askese einer Gesellschaft im Gesundheitswahn. Geistreich entlarvt er die Widersprüche neoliberaler Optimierungswut und plädiert für eine selbstbestimmte Lebensführung mit Mut zum Wohlgefühl und zu den ganz normalen Risiken des Lebens. In seiner jüngsten Publikation »Erwachsenensprache: Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur« nimmt er sich nun mit der politisch korrekten Sprache eines mächtigen Phänomens der Zeitgeschichte an. Seine Hypothese lautet, dass übersteigerte sprachliche Rücksichtnahme auf Minderheiten oder gesellschaftliche Gruppen nur den Blick auf die wahren ökonomischen Ungleichheiten kaschiert und dafür sorgt, dass eigentlich drängende gesellschaftspolitische Fragen auf linguistische Scheingefechte reduziert werden.

Fortgeführt wird die Reihe von der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und ehemaligen Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland Charlotte Knobloch am 11. März. Weiter geht es am 8. April mit dem Kolumnisten Axel Hacke, dessen Buch über den Anstand Anlass einer Düsseldorfer Rede sein wird, und am 6. Mai ist die Journalistin Miriam Meckel zu Gast.

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