Kreismuseum Zons
06.10.2017 – 31.12.2017

Zinn und Glas

Wandbehang Helmut Hahn "Vier kleine Kulissen - wie oben so unten", 1992

Zinn und Glas - Neukonzeption der Dauerausstellung: Zinn und Glas - eine im Jugendstil kaum wegzudenkende Begegnung zweier Materialien, die in unterschiedlichster Kombination in der Gestaltung zahlreicher Objekte Anwendung fanden.

Bei sogenannter "Fassware" ersetzt das Glas (oder auch Keramik) Teile des Metalls, etwa als Einsatz bei Vasen, Jardinieren, Schalen oder Tintenfässern. Neben dem rein funktionalen Aspekt verleiht diese Verbindung dem Zinn eine größere Leichtigkeit, nimmt ihm die kompakte Schwere und erlaubt ein größeres Spiel mit der Linie. Das Glas, häufig handelte es sich um (geschliffenes) Kristallglas, tritt bei diesen Entwürfen zugunsten des Metallentwurfs zurück.

Bei anderen Ausführungen, wie der Firma Orivit, Köln, präsentieren sich Glas und Zinn in gleichwertiger oder sogar umgekehrter Kombination: Kunstvolle Bunt-, Kristall- oder Überfanggläser werden vom oft vergoldeten Zinn in filigranen Linien gleichsam umarmt. Bei einigen Objekten rückt das Metall fast ganz in den Hintergrund und bildet lediglich den Boden oder die Henkel.

Ergänzend in der Ausstellung präsentiert werden auch Zinnobjekte mit Emailledekor, darunter Objekte von Archibald Knox für Liberty & Co., London. Die strahlende Farbigkeit des Glasflusses stellt dabei eine reizvolle Verbindung mit dem silbrigen Glanz des Zinns dar.

Helmut Hahn - Wandbehänge

Die großen textilen Arbeiten sind in der Zeit von 1978 bis 1994 konzipiert. Die Technik ist selbst entwickelt, und nur der Künstler kann seine gestalterische Idee ausführen. Gerissene Streifen aus industriegefertigten und -gefärbten Stoffen sind auf Stramin von unten nach oben appliziert, so dass sie sich überlappen. Baumwoll- und Dekostoffe sind in den ersten Wandbehängen durch Fransen und Gurtbandschlaufen ergänzt.

Die stumpf erscheinenden Materialien werden seit 1982 durch glänzendere Stoffe - Futterstoff, Duchesse und Seide - abgelöst. Die applizierten Stoffstreifen sind nicht nur ausgefranst, sondern auch unregelmäßig gelappt oder als ungefütterte oder gepolsterte Schauben verarbeitet. Streifen- und Schaubenstückchen sind hinzugefügt. Dadurch wird die Oberflächenstruktur lebendiger und gewinnt an Volumen.

Applizierte Felder wechseln mit flachen gequilteten ab. Die großflächig-abstrakten Kompositionen werden durch Horizontale, Vertikale, selten durch Diagonale bestimmt. Die dominierenden Farben Rot, Blau und Grün, Schwarz und Weiß sind zunehmend durch andersfarbige Streifen reihen- oder partieweise vielfach nuanciert. Die Lockerheit der Fransen bewirkt samtige Zwischentöne. Der Glanz der Materialien erzeugt eine suggestive Leuchtkraft und eine Tiefe der Farben, die in der Malerei nicht erreicht werden kann.

Die Wandbehänge sind zunächst als Fortsetzung von Wandgliederung gedacht. Die ältesten beziehen im weitesten Sinne Architekturelemente wie Fenster, Pilaster, Marmor- und Schieferbruch in Komposition und Titel ein. Die bildhaften Elemente verschwinden zugunsten von geometrischen Formen, Farben und Zahlen (in Maßen von Reihen), die in den historischen Weltregionen symbolische Bedeutung haben.

Kreismuseum Zons

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