Städtische Galerie im Park
11.06.2017 – 23.07.2017

Joachim Klos (1931-2007)

c) Kaiser

Grafiker und Glasgestalter in der Städtischen Galerie

Die Schriftenreihe der Sparkassenstiftung „Natur und Kultur“ Kreis Viersen, die dem Leben und Werk niederrheinischer Künstler gewidmet ist, stellt nun mit Band 8 aus der Feder der Autorinnen Eva-Maria Willemsen M.A. und Waltraud Hagemann das Schaffen des Glaskünstlers und Grafikers Joachim Klos vor. Noch anschaulicher wird das beeindruckende Lebenswerk durch die begleitende Ausstellung, die in der Städtischen Galerie im Park allein mehr als 30 Glasarbeiten, dazu Entwürfe, Ausführungskartons und Druckgrafik präsentiert.

Joachim Klos zählt im Bereich des architekturgebundenen Glases zu den bedeutendsten und innovativsten deutschen Gestaltern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Charakteristisch für seine Kunst sind beständiger Wechsel und die Wandlung der eingesetzten künstlerischen Formmittel. 1931 im thüringischen Weida geboren, studierte Klos ab 1949 an der Weimarer „Staatlichen Hochschule für Baukunst und Bildende Künste“, die nach dem Zweiten Weltkrieg an die freiheitliche künstlerische Tradition des Bauhaueses anknüpfen wollte. Lehrende und Studierende der Hochschule gerieten immer stärker unter politischen Druck, so wurde Klos 1951 nach bestandener Vorprüfung mitgeteilt, dass „der sozialistische Staat“ von ihm als Künstler in der Zukunft „nichts erwarte“. Er übersiedelte nach Westdeutschland. In der Krefelder Werkkunstschule wurde nach den Grundsätzen des Bauhauses unterrichtet, dort konnte Klos bei Gustav Fünders sein Studium fortsetzen und sich frei mit der zeitgenössischen, abstrakten Kunst vertraut machen und mit ihren Formmitteln experimentieren.

Als selbständiger Grafiker und Glasgestalter ließ er sich 1957 in Mönchengladbach nieder und erhielt seinen ersten großen Gestaltungsauftrag für die Fenster der Mönchengladbacher Hauptpfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt (heute City-Kirche). Sein abstrakter Entwurf wurde als „Bestes Glasfenster“ 1958/59 ausgezeichnet, dieser Preis machte den jungen Glasgestalter schlagartig deutschlandweit bekannt.

In einem Zeitraum von gut 50 Jahren entwarf Joachim Klos zum Teil sehr umfangreiche Glasfensterzyklen für 127 kirchliche Neu- und Altbauten vor allem im Rheinland und in Westfalen, Fensterentwürfe für mehr als 30 profane Bauten und Glasfenster für zahlreiche private Wohnhäuser zwischen Emmerich und Düsseldorf. In enger Verflechtung mit den glasgestalterischen Arbeiten entstand ein mehrere tausend Blatt umfassendes grafisches Werk.

1967 bezog die Familie das Atelierhaus in Nettetal-Schaag. Internationale Bekanntheit und Anerkennung erlangte Joachim Klos durch Einladungen zu bedeutenden Ausstellungen und Workshops in England, in die USA, Australien und Neuseeland. In seiner experimentellen, spielerischen Entwurfstechnik stellte er meisterhaft collagenartig eigenes und fremdes grafisches Material immer wieder neu zusammen. Der Entwicklung der Glasgestaltung gab er mit seiner Innovationskraft wichtige Impulse, beschäftigte sich als einer der ersten mit der Umsetzung kinetischer Effekte in Glas, führte in diesen Bereich die Technik des Siebdrucks ein und befreite später verstärkt durch Überfanggläser die Farbe weitgehend von der Bleilinie.

Die Viersener Schau bietet einen Überblick über sein Werk und möchte zugleich dazu anregen, die unterschiedlichen Kirchenräume, für die die Glasfenster geschaffen wurden, zu besuchen. Gelegenheiten dazu gibt es am Niederrhein z. B. in St. Helena in Mönchengladbach, St. Cyriakus in Weeze, St. Martin oder St. Nikolaus in Geldern.

Die Ausstellung wird eröffnet am Sonntag, 11. Juni 2017, um 11 Uhr durch den Ersten Beigeordneten der Stadt Viersen Dr. Paul Schrömbges und Lothar Birnbrich, Stiftungsvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Krefeld, es spricht die Kunsthistorikerin und Buchautorin Eva-Maria Willemsen M.A.

Städtische Galerie im Park

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