Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg
25.06.2017 – 05.11.2017

Dahin, wo der Pfeffer wächst

Indienkarte (1572) mit Meerjungfrauen und Seemonstern, die ein Schiff zerstören. / © KSM Duisburg

Dahin, wo der Pfeffer wächst – das ist ein unbekannter Ort, ganz weit weg! Hierhin wünscht man diejenigen, die man nicht mehr sehen will. Doch wo kommt der Pfeffer eigentlich her? Wie kommt man an diesen Ort? Wer ist zuerst dorthin gereist und was hat er dort erlebt?**

Anders als heute verbanden die Menschen vor 500 Jahren das Reisen nicht mit Erholung. Reisen war mühselig und mit unzähligen Gefahren verbunden. Wer die Heimat verließ, musste sich dem Abenteuer und dem Unbekannten in der Fremde aussetzen. Doch wie sich die Reisenden durch die Welt bewegten, war ganz unterschiedlich: Für Pilger war der Weg das Ziel und eine Belastungsprobe, der sie sich ganz bewusst in Armut und meist zu Fuß aussetzen wollten. Berufsreisende wie Händler und Kaufleute reisten ganz anders: Sie verfügten über Lastentiere, ein engmaschiges Netz an Kontakten und eine komfortable Ausstattung, die ihnen das alltägliche Reisen bequemer machte.

Grundsätzlich waren zu jeder Jahreszeit und überall Menschen unterwegs. Und viele davon haben ihre Reisen beschrieben. Die Berichte der Reisenden geben Einblick in ihre eigenen Motive und in die Organisation und Durchführung der Reise. Sie erzählen aber auch von dem, was ihnen fremd ist, von den großen und kleinen Abenteuern und von „den Anderen“, die ihnen dabei begegnet sind. Was berichtet ein Landsknecht wohl aus seiner Gefangenschaft bei Kannibalen in Brasilien? Wie drückt ein Seefahrer in seinem Tagebuch den Schrecken aus, den er beim Tod seines Begleiters Ferdinand Magellan während der ersten Weltumsegelung empfand? Und wer begleitet Anna von Kleve nach England, wo sie den gefürchteten König Heinrich VIII. heiraten soll?

Die Ausstellung stellt diese und andere Reisenden vor, lässt sie ihre spannenden Geschichten erzählen und entführt den Besucher mit allen Sinnen in eine Zeit, in der es in Europa noch Urwälder gab und das Durchqueren eines friedlichen Bachs mit dem Tod enden konnte. Historische Objekte und Exponate zum Anfassen versetzen den Besucher in diese fremde und ferne Epoche.

Die dargestellte Zeit vor 500 Jahren, der Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit, war eine spannende Umbruchsphase, stieg doch die Anzahl und Verbreitung der Reiseberichte nach Erfindung des Buchdrucks massiv an. Auch der Kartograf Gerhard Mercator, dessen Heimat seit 1552 Duisburg war und der nur höchst selten selbst verreiste, profitierte von der Entdeckungslust seiner Zeitgenossen.

In seinen Karten verschmolzen die neuen Erkenntnisse mit den Mysterien, Ungeheuern und Geheimnissen, die man in der fremden Ferne vermutete. Und vielleicht findet der Besucher auf seinen Karten auch tatsächlich den Ort, wo der Pfeffer wächst …

Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

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