Viersener Salon in der Villa Marx
25.06.2017 – 15.10.2017

Meine Heimat bin ich selbst -

Albert Vigoleis Thelen im Jahr 1937 / © Leo Fiethen

Ein Leben im Exil. Der Schriftsteller Albert Vigoleis Thelen (1903 – 1989)

»Seit langem glaube ich: Das größte Buch dieses Jahrhunderts ist die Insel des zweiten Gesichts von Albert Vigoleis Thelen. Eine überraschende Wahl? Vielleicht, aber es war doch eines der Lieblingsbücher Thomas Manns. Er nannte es eines der drei größten Bücher dieses Jahrhunderts.« Maarten ‘t Hart, Schriftsteller, 1999

Albert Vigoleis Thelen wurde 1903 in Viersen geboren. Und hier starb er auch im Jahre 1989. Doch mehr als 55 Jahre seines Lebens verbrachte der Dichter und Schriftsteller im teils freiwilligen, teils erzwungenen Exil in fünf Ländern Europas. Schon seine Jugendjahre verliefen ungewöhnlich unruhig: Nach einer Schlosserlehre, einer Beschäftigung als technischer Zeichner und dem Besuch der Textilfachschule in Krefeld zog er 1925 nach Köln, ein Jahr später nach Münster, wo er unter anderem Germanistik studierte. Nach dem Studium in Köln und Münster arbeitete Thelen zunächst als Übersetzer niederländischer Autoren und veröffentlichte auch erste eigene literarische Texte. 1931 reiste er mit seiner späteren Ehefrau, der Schweizerin Beatrice Bruckner, nach Mallorca. Der eigentlich nur als Kurzbesuch geplante Aufenthalt auf der spanischen Insel dauerte letztlich fünf Jahre.

Als bekennende Gegner der Nationalsozialisten mussten er und seine Frau nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs 1936 von der Insel fliehen. Über Marseille gelangte das Paar in die Schweiz. 1939 konnten sie auch dort nicht mehr bleiben und machten sich erneut auf den Weg. Diesmal gelangten sie über Frankreich und Spanien bis nach Portugal. Von 1947 bis 1953 lebte Thelen mit seiner Frau als Publizist in Amsterdam. Dort entstand sein bekanntestes Werk „Die Insel des zweiten Gesichts“, in dem er seine Erlebnisse von Flucht und Exil einfließen ließ. 1954 siedelte das Paar in die Schweiz über.

Das Exil prägte Thelens Leben und Werk: Nachdem er in der NS -Zeit ausgebürgert worden war, besaß er lange Jahre keinen deutschen Pass mehr und sprach privat kaum noch Deutsch. 1954 bekam Thelen den Fontane-Preis verliehen und 1962 wurde er als Verfolgter des Naziregimes anerkannt. Doch nach einigen Enttäuschungen mit dem Literaturbetrieb der Nachkriegszeit zog sich er sich weitgehend aus der deutschen Öffentlichkeit zurück, schrieb und publizierte jedoch weiter. 1986 nahm er eine Einladung seiner Heimatstadt zur Rückkehr nach Viersen an. Hier starb er am 9. April 1989.

Lange galt Thelen als „vergessener“ Schriftsteller, doch seine unnachahmliche sprachschöpferische Fabulierlust zieht inzwischen wieder viele Leser an. Die Ausstellung in Viersen führt den Besucher anhand von Originaldokumenten, Fotos, Hörstationen und Objekten durch das bewegte Leben und Werk von Albert Vigoleis Thelen.

Viersener Salon in der Villa Marx

Gerberstr. 20
41748 Viersen

+49 (0) 2162/7430
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albert.pauly@t-online.de

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