Museum Haus Esters
22.03.2015 – 23.08.2015

Dialog Imi Knoebel und David Reed

(c) Krefelder Kunstmuseen

Imi Knoebel: 15 Werke zeigen einen konzisen Querschnit seiner Arbeit von 1966 bis heute. David Reed: "The Mirror and the Pool". In Form eines
einzigen, alle Räume übergreifenden Gemäldes verknüpft der Künstler seine Arbeit sowohl mit Mies van der Rohe als auch mit Yves Klein.

Imi Knoebel, geb. 1940 in Dessau, zählt zu den wichtigsten europäischen Künstlern, die die traditionelle gegenstandslose Kunst weiterentwickelt haben. Seine Anfänge um 1966 sind von zwei kontrapunktischen Ausgangspositionen geprägt: der Lehre von Joseph Beuys und dem Werk von Kasimir Malewitsch. Buchstäblich von einem gesetzten Nullpunkt aus – der leeren weißen Bildfläche – entfaltet Knoebel in den Folgejahren ein gleichermaßen stringentes wie vielfältiges Œuvre. Elementare raumplastische Interventionen wie Raum 19 und elementare Bilder wie Schwarzes Kreuz (beide 1968) markieren schon frühzeitig das Wechselspiel zwischen Materialität und Immaterialität – eine Dialektik, der sich der Künstler bis heute verschrieben hat. Während sich Knoebel bis 1974 dezidiert auf die Anwendung von Schwarz und Weiß und die gegebene Farbigkeit seiner Hartfaserarbeiten beschränkt, entsteht seit dem Tod seines Malerfreundes Palermo ab 1977 ein weitverzweigtes malerisches Werk mit ungeahnt vielstimmigen Farbakkorden.

Die eigens für das Museum Haus Esters konzipierte Ausstellung Kernstücke konzentriert sich auf etwa zwanzig Werke, die aus der Sicht Knoebels entscheidende Wendepunkte in seiner Arbeit bedeuten – Werke, die nunmehr allesamt in neuen Versionen produziert werden und für ihn in dieser Form zu einem neuen Werkkomplex zusammenwachsen.

David Reed, geb. 1946 in San Diego, Kalifornien, gehört zu den einflussreichsten Künstlern in den Vereinigten Staaten. Er hat aus einer gänzlich anderen Perspektive als Imi Knoebel das Spektrum gegenstandloser Kunst erweitert. Während seines Studiums (bis 1968) widmet er sich zunächst einer vom Abstrakten Expressionismus inspirierten Landschaftsmalerei, bevor er sich in den frühen 1970er Jahren rigoros einer vom Minimalismus beeinflussten gestischen Abstraktion zuwendet. Im Laufe der Jahre erarbeitet der Künstler ein vielschichtiges System des Farbauftrags, bei dem illusionistische Tiefenräumlichkeit und malerische Flächigkeit auf prekäre Weise interagieren.

Ausschlaggebend bleibt unterdessen die Körperbezogenheit seiner Malerei, die auch ihr Gegenteil einschließt: „Abstraktion entspringt der Auflösung unserer Körperkonturen und der Ahnungslosigkeit, wo man sich befindet.“ (Reed) Zugleich reflektieren die CinemaScopeformate ebenso wie die innerbildlichen Bewegungsabläufe Reeds einschlägige Filmerfahrungen; sie führen in den 1990er Jahren zu filmischen Inszenierungen mit Malerei.

Für das Museum Haus Lange konzipiert der Künstler eine ortspezifische Arbeit in Form eines einzigen Gemäldes, das alle Ausstellungsräume übergreift. In Interaktion mit der Architektur von Mies van der Rohe sowie mit Yves Kleins immateriellen Raum Le Vide (1961) Bezug nehmend, kreiert Reed ein irritierendes Bildpanorama aus Spiegelungen, Repetitionen und räumlichen Entgrenzungen.

Eröffnung in beiden Häusern: Sonntag, 22. März 2015, 11.30 Uhr

Museum Haus Esters

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Deutschland

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