Der Titel von Martin
Chaix’ erster Choreographie für das Ballett am Rhein führt uns
unmittelbar ins Ballettstudio. Am Tag seiner Ankunft in Düsseldorf im
Herbst 2009 entdeckte der Tänzer und Choreograph die an die Wand des
Ballettsaals geschriebenen Worte:„We were right here! At the right
time“. In der Konzeption seines Stückes beschreibt Martin Chaix seine
Auseinandersetzung mit diesen Worten, die ihn – mal durch etwas davor
Gehängtes versteckt, mal ins Auge springend – immer aufs Neue zum Denken
anregen. Eine Reflektion, die von der Verortung und Bewusstwerdung der
Verankerung im Hier und Jetzt ausgeht und anhand dieses Ankers den
Rückbezug auf das Vergangene und die Perspektive auf das Kommende wirft.
Ein Gedankenversuch, der die Allgegenwärtigkeit von Veränderung und den
mal ängstlichen, mal freudvollen Umgang damit thematisiert.
Der Aspekt der Veränderung und die Frage nach dem Verorten seiner selbst
brachte Martin Chaix auch zu Alfred Schnittke und seinem Konzert für
Chor, dessen 1. Satz der Choreograph für seine Uraufführung verwendet.
Schnittke als Wanderer zwischen den Religionen und Kulturen, als
Suchender seiner eigenen Identität schien ihm das ideale musikalische
Gegenüber. Auch in der Unmittelbarkeit der Chormusik, der Klangerzeugung
allein durch Mittel des menschlichen Körpers sieht Martin Chaix eine
enge Verbindung zum Tanz, welcher „die Anwesenheit des Körpers, die
bloße Tatsache, präsent zu sein, voraussetzt“.
Geboren in Frankreich wurde Martin Chaix an der Ballettschule der Opéra
National de Paris ausgebildet und nach seinem Abschluss ins dortige
Ensemble unter der Leitung von Brigitte Lefèvre übernommen. 2006
wechselte er als Solist ans Leipziger Ballett unter der Leitung von Paul
Chalmer. Für die Pariser Oper kreierte Martin Chaix 2006 seine ersten
eigenen Choreographien, es folgten 2007 für das Leipziger Ballett
„Lady“, „Lob der Tränen“, „Und so weiter …“ sowie 2010 für die
Noverre-Gesellschaft Stuttgart „Voices“. Seit 2009 ist er Mitglied des
Balletts am Rhein.
www.operamrhein.de